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Und wieder einmal

hat das Cologne Commons Team vier Bands eingeladen, die ihre Musik unter der Creative Commons Lizenz ihren Fans zur freien Verfügung anbieten. Hier ist kopieren und weiterverteilen ausdrücklich erwünscht. Auch wenn das den gemeinen Musikhörer in den Zeiten der allgegenwärtigen Musikstreamingdienste kaum noch interessiert. Doch es gibt eben nach wie vor einen Unterschied zwischen frei hören und frei nutzen. Bei der Creative Commons Lizenz gibt es eben keine kryptischen Endbenutzervereinbarungen bei denen die Nutzer aus Versehen ihre Erstgeborenen den Konzernen versprechen, falls sie sich nicht mindestens eine Stunde mit dem Kleingedruckten auseinandersetzen. Und bei CC-Musik ist der Nutzer auch noch der eigene Herr über seine Musiksammlung. Da tauchen nicht plötzlich Alben von U2 auf oder verschwinden heiß geliebte Tracks aus der Playlist, nur weil einem Konzern gerade danach ist. In diesem Sinne also hin und wieder beim Hören auch mal das zwischen den Ohren einschalten – das Gehirn.


Entertainment for the Braindead (Berlin)

Foto: Harald Walker (CC-BY)

Foto: Harald Walker (CC-BY)

Julia Kotowski bezeichnet sich selbst als ein Ein-Frau-Orchester und wer sie einmal live gesehen hat, weiß dass das mit dem Orchester keine Übertreibung ist. Mit Hilfe diverser Effektgeräte schichtet sie Spur um Spur übereinander, benutzt dabei Gitarre, Ukulele, Banjo, Flöten und sonstige kleine Klangerzeuger, bis eins ins andere greift und ein komplettes Orchester erklingt. Und dann fängt sie an zu singen und hebt noch einmal alles auf eine höhere Ebene. Auf keinen Fall verpassen und pünktlich da sein.

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Kaceo (Genf)

Foto: (C) Julien Busset

Foto: (C) Julien Busset

Die Band vermischt munter Gypsy, Polka, Chanson und Rock miteinander. Dabei auch immer ein wenig Dreck und Spucke, damit es ordentlich abgeht. Im Februar haben die fünf Jungs überraschend beim schweizer Eurovison 2016 Vorentscheid mitgespielt. Das hat ihnen in der Schweiz einiges an Aufmerksamkeit beschert. Nichtsdestotrotz sind sie auf dem Boden geblieben und veröffentlichen nach wie vor unter Creative Commons Lizenz. Sie spielen zum ersten Mal in Köln.

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Die Formation Doppelherz 2000 (Köln)

Foto: (C) Verena Günther

Foto: (C) Verena Günther

Wer die Formation nicht live erlebt hat, hat sein Leben falsch gelebt. Camp, Glam, Disco und exzessiver Hedonismus werden mit maximaler Inbrunst ausgelebt. Ist das noch Ironie oder purer Wahnsinn? Die Formation präsentiert ein neues Album, diesmal auf Vinyl und trotzdem unter CC-Lizenz. Ja das geht. By popular demand – wie man so schön sagt. Ob es dazu einen Starschnitt geben wird, ist zur Zeit noch nicht bekannt.

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TaaPet (Jerusalem / Köln)

Taapet-16x9TaaPet ist nur eins von unzähligen Projekten des in Jerusalem geboren und zur Zeit in Köln lebenden Musikers Aviad „Finkelstein“ Albert. Noise und Samples spielen in fast all seinen Projekten die Hauptrolle. Bei dem Duo TaaPet sind die Klangexperimente jedoch eingebettet in Industrial Beats und Dubstep Bässe. Das alles wird mehr oder weniger aus dem Moment heraus live mit zwei Laptops und diverser Elektronik improvisiert, mitunter auch in Reaktion auf die Tanzfreudigkeit des Publikums. Denn das Schönste was Füße tun können, ist ja schließlich tanzen.

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